Wahltaktik wird immer wichtiger

Heute reicht es nicht aus, mit den besten Ideen um die Gunst der Wähler zu buhlen. Mehr und mehr spielen auch wahltaktische Überlegungen eine Rolle.

Einfaches Beispiel: Dem Trend sinkender Wahlbeteiligungen ist allein kaum entgegen zu treten. Für die Parteien vor Ort wird es deshalb immer wichtiger, wenigstens die eigene Klientel zu erreichen – und letztlich zur Stimmabgabe zu motivieren. Die Wähler der Mitbewerber können dagegen gerne die Wahl verschlafen.

Generell unterliegt das Wahlverhalten einem stetigen Wandel, auf den sich die Parteien einstellen müssen: So steigt beispielsweise seit Jahren die Zahl der Briefwähler. Längst zählen diese nicht mehr automatisch – wie zu früheren Zeiten – mehrheitlich zur CDU-Klientel. Ebenfalls auffällig: Die Zahl der Kurzentschlossenen steigt rapide an. Zwischen 10 und 15 Prozent schätzen Wahlforscher inzwischen den Anteil derer, die am Tag vor der Wahl noch keine Wahlentscheidung getroffen haben. Diese „last minute decider“ entscheiden sich oft spontan erst am Wahltag, manche gar erst in der Wahlkabine.

Wer also die Briefwähler und Spätentscheider überzeugen will, benötigt eine ausgeklügelte Wahltaktik. Das betrifft vor allem die zeitliche Planung einzelner Maßnahmen